Fotoshooting im Herbst oder Winter?

„Ich warte lieber auf den Frühling für mein Shooting.“Das ist eine Aussage die ich ziemlich oft höre und immer wieder bedaure. Denn auch wenn ich natürlich das ganze Jahr über fotografiere und jede Jahreszeit Vor- und Nachteile hat, so finde ich bietet insbesondere der Herbst die meiste Abwechslung und sorgt für wunderschöne und einzigartige Fotos! Und selbst ich als absoluter Sommermensch bin der Meinung, dass man auch im Winter richtig tolle Bilder machen kann, und das sogar ganz ohne Schnee. Heute möchte ich dir die Vorteile dieser Jahreszeiten mit auf den Weg geben: es gibt allgemein ein paar Vorteile, die die kürzeren Tage mit sich bringen, aber auch die einzelnen Monate unterscheiden sich zum Teil sehr stark voneinander. 


Die aus meiner Sicht wichtigsten Gründe für ein Fotoshooting im Herbst oder Winter sind folgende:

Weniger Insekten
Wer leidet nicht unter diesen ständigen Begleitern im Stallalltag? Vor allem unsere Pferde sind natürlich davon genervt, und wenn es sie überall juckt ist es auch irgendwie fies zu erwarten, dass sie geduldig stillstehen. Mittlerweile gibt es bereits viel weniger Mücken und das wird sich jetzt weiterhin bessern, so dass alle Beteiligten das Shooting in vollen Zügen genießen können!

Angenehme Uhrzeiten
Bei gutem Wetter fotografiere ich grundsätzlich nur im Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang, um das schönste Licht zu haben. Ich liebe insbesondere die frühen Morgenstunden, was aber im Sommer nicht selten bedeutet, mitten in der Nacht aufzustehen um noch vor 6 Uhr mit dem fertig geputzten Pferd an der Location zu stehen. Im Herbst ist der Sonnenaufgang bereits nicht mehr so extrem früh, und in den Wintermonaten reicht es oft auch aus, erst um 8 Uhr loszulegen! So können auch Langschläfer von einem Shooting im schönsten Zauberlicht profitieren. Gleichzeitig ist der Sonnenuntergang auch nicht allzu spät, man ist recht früh wieder zu Hause, was natürlich vor allem in der Schulwoche ein großer Vorteil ist.

Traumhaftes Licht
Durch den niedrigeren Stand der Sonne entsteht ein ganz einzigartiges, sehr weiches aber trotzdem immer noch sehr warmes Licht. Ein absoluter Traum für Fotos! Je kürzer die Tage sind, desto länger kann man auch in die Mittagsstunde hinein fotografieren oder am Nachmittag früher anfangen, ohne dass die Sonne viel zu hoch steht und dadurch unschöne Schatten entstehen. Insbesondere bei Wolken kann man im Winter oft den ganzen Tag hindurch fotografieren und ist so viel flexibler bei der Planung!

Wunderschöne Farben
Viele Leute mögen das satte Grün auf den Bildern vom Sommer nicht. Da ich ungern die Farben nachträglich in der Bildbearbeitung enorm verändere, ist auch hier das Jahresende eine sehr gute Wahl! Der Herbst bietet ein wunderschönes Farbenspiel: grün, braun, gelb oder orange sorgen für einzigartige Fotos! Der Winter mag vielleicht auf den ersten Blick düster und trostlos wirken, aber die gedeckten Farben sehen auf Fotos super natürlich aus und sorgen für wenig Ablenkung vom Motiv.

Angenehme Temperaturen
Ich liebe ja den Sommer, aber es müssen keine 40 Grad sein. Jeder Reiter weiß, wie unangenehm sich solche Temperaturen in Reitkleidern anfühlen, und dass man dann auch eher weniger mit dem Pferd arbeitet. Reitfotos sind zum Beispiel in den Sommermonaten dieses Jahr kaum möglich gewesen, und selbst bei Portraits hat das Pferd oft schnell keine Lust mehr und ist allgemein weniger motiviert. Im Herbst ist es zum Teil sogar noch warm genug, doch noch das Lieblingskleid zu tragen ohne gleich zu schwitzen. Im Winter sind die kalten Temperaturen nur ein weiterer Grund, dich enger an dein Pferd zu kuscheln und so entstehen ganz emotionale Bilder!


Wie gesagt gibt es dennoch zum Teil sehr große Unterschiede zwischen den einzelnen Monaten. Die jeweiligen Hauptmerkmale möchte ich dir im Folgenden vorstellen, natürlich mit ein paar Bildern als Beweis!

September

Im September ist es oft noch sehr warm. Dieses Jahr konnten wir noch Mitte des Monats problemlos Fotos im Kleid und im Wasser machen. Die Bäume sind zum größten Teil noch grün, vereinzelt lassen sich schon herbstliche Farben erahnen, was natürlich von der gewählten Location abhängt. Der perfekte Kompromiss zwischen den zu warmen Sommermonaten und dem Winter!

Oktober

Etwa ab Mitte Oktober sind die Bäume am farbenfrohsten – wer eine richtig herbstliche Kulisse sucht, wird hier also fündig. Die letzten Insekten dürften mittlerweile verschwunden sein, und es ist meistens noch nicht zu kalt.

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November

Die erste Monatshälfte eignet sich weiterhin super für herbstliche Bilder. Danach verlieren die Bäume nach und nach ihre Blätter, was aber immer noch für eine schöne Stimmung sorgt. Es wird langsam kälter, aber die Temperaturen sind immer noch recht angenehm. In den Morgenstunden hat man oft die Chance, auf Nebel zu treffen, der den Fotos einen wundervollen mystischen Touch verleiht!

Dezember und später

Eine Garantie für Schnee gibt es leider nicht, auch wenn viele von so richtig winterlichen Fotos träumen. Aber auch bei Temperaturen über Null lassen sich traumhafte Bilder machen! Den Vorteil der Farben habe ich ja bereits angesprochen, der Winter bringt zudem die schönsten Zauberlichtmomente mit sich, und auch Winterfell ist absolut kein Argument gegen schöne Fotos! Und wenn alles schief geht und das Wetter überhaupt nicht mitspielt, lassen sich immer noch weihnachtliche Motive umsetzen, ohne den Stall überhaupt zu verlassen – wobei Fotos vor schwarzem Hintergrund natürlich das ganze Jahr über möglich sind 😊

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